Bittersüss
Kürzlich hat mich eine Mutter um Tipps gefragt, wie sie ihre kleine Tochter von ihrem starken Wunsch nach Süssem abbringen könnte. Die kleine Marie schien nicht genug von Zucker und Co. zu bekommen.
Dass übermässiger Zuckerkonsum alles andere als gesund ist, wissen wir. Und dass der Körper in eine starke Abhängigkeit gerät, ebenfalls. Doch wie können wir diesen Konsum reduzieren? Und könnten weitere Gründe dahinterstecken, weshalb der kleine Körper einen starken Wunsch nach Süssem hat?
Wir sind überall von süssen Versuchungen umgeben und es scheint normal zu sein, jeden Tag Süsses zu essen. Doch je häufiger wir süss essen, desto mehr Süsse brauchen wir, um ein Lebensmittel noch als süss zu empfinden. Mit der Zeit steigern wir uns ins Unermessliche. Die einzige gesunde Lösung ist, diesen Kreislauf zu brechen. Indem wir weniger Zucker konsumieren – oder ganz darauf verzichten – gewöhnen wir uns das Verlangen nach Süssem ab, unsere Geschmacksrezeptoren werden empfindlicher und können wieder die Süsse in natürlichen Lebensmitteln herausschmecken. Dies ist nicht immer einfach. Doch wir können es langsam angehen und nach und nach den Zucker weglassen oder durch gesunde Alternativen ersetzen.
3 Tipps, wie du deinen Zuckerkonsum reduzieren kannst
Mit diesen Tipps kannst du einfach und unkompliziert deinen Zuckerkonsum reduzieren. Und das deiner kleinen Lieblinge.
- Wähle vorwiegend unverarbeitete, natürliche Lebensmittel, die dich nähren und den Wunsch nach Süssem stillen – wie Obst, Gemüse und Nüsse.
- Auf Dessert und Kuchen musst du nicht verzichten. Indem du sie selber backst und sie mit Datteln, Bananen oder anderen Früchten süsst, zauberst du im Nu eine gesunde Alternative. Du kannst auch auf natürliche Alternativen wie Xylit zurückgreifen, um den Industriezucker im Rezept zu ersetzen.
Ich backe oft in grösseren Mengen und friere Muffins und Co. ein. So habe ich stets etwas Gesundes bereit, wenn die Lust auf Süsses aufkommt.
- Unser Darm steuert, was wir essen. Haben wir eine grösser Anzahl an „nicht guten“ Bakterien, die nach Zucker, raffiniertem Mehl und anderem schreien, so fällt es uns schwer, einen gesunden Weg einzuschlagen und dabei zu bleiben. Um die guten Bakterien zu füttern, braucht der Darm eine vielseitige Auswahl an guter, naturbelassener Nahrung, wie Gemüse, Früchte, Nüsse und Vollkornprodukte. Diese fördern eine gesunde Darmflora.
Tut sich dein kleiner Liebling schwer, Gemüse zu essen, gibt es einen kleinen Trick: Sei kreativ in der Zubereitung! Ein Spinat-Käse-Muffin, würzige Kohlrabi-Pommes oder Pasta mit Federkohl-Pesto überzeugen mehr als blosses langweiliges Gemüse.
Die andere Seite des Zuckerhungers
Um das Thema ganzheitlich zu betrachten, lohnt es sich, zu schauen, welche Themen hinter dem Zuckerhunger stecken könnten. Diese können Belohnung sein, Überforderung oder Angst, Ablenkung und Trost.
In Maries Fall wurde schnell klar, dass sie damit haderte, einen kleinen Bruder bekommen zu haben. Dieser bekam die ganze Aufmerksamkeit der Eltern, insbesondere der Mama. Indem Marie Zeit mit der Mama bekam und mit ihr Sachen zu zweit unternahm, bekam Marie wieder die Zuwendung und Aufmerksamkeit, die sie vermisst hatte.
